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Die Geschichte eines Jagdschlosses

Ein angesehener Mann


Um 1900 ist er eine der wohlhabendsten und angesehensten Persönlichkeiten Berlins, als er sich zur Jahrhundertwende dieses Juwel im Landhausstil bauen lässt: der Geheime Königliche Kommerzienrat Georg W. Büxenstein. Seine Buchdruckerei, seit Generationen in Familienbesitz, druckt u.a. Banknoten für die Deutsche Reichsbank. Wenn der Kommerzienrat ins Grüne auf sein Jagdschloss Hubertushöhe fährt, benutzt er das Auto; in Storkow ist es das erste überhaupt, das die Menschen hier sehen und hören.

Der Kronprinz zählt zu seinem Freundeskreis, dem gleichaltrigen Kaiser ist er ein enger Vertrauter. Als Wilhelm II. am 16. Oktober 1905 Hubertushöhe besucht, muss die kleine Bahnstation am Jagdschloss wegen der Überlänge des kaiserlichen Salonzuges erweitert werden, und von der Mitte des Bahnsteiges bis hinauf zum schmiedeeisernen Eichhörnchentor kann der Kaiser seine 300 Schritte auf rotem Teppich tun.
Seine Majestät ist begeistert, huldigt Büxenstein doch mit architektonischen Stilelementen und ausgesuchten Details des Kaisers übergroßer Vorliebe für die skandinavischen Nachbarn mit deren Verehrung nordisch-kernig-kraftvollen Mannestums: Drachenköpfe am Turm und das Drachentöter-Relief an der Südseite, wo heute das Restaurant "Windspiel" einlädt.

Als Mäzen der Berliner Künstler engagiert Büxenstein Tier- und Landschaftsmaler, Holzbildhauer und Steinmetze, Kunstglaser und Schmiede aus der Reichshauptstadt.
Deren Werke prägen die Stilvielfalt des lnterieurs von Hubertushöhe bis heute: Drachen, Jugendstil und ländliche Romantik, für die Gäste im neuen restaurierten Glanz.


Die goldenen Zwanziger


Große Feste hat Hubertushöhe in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts viele erlebt. Den Jagdgesellschaften und kaiserlichen Empfängen des Geheimen Königlichen Kommerzienrates folgen unter Regie des nachfolgenden Besitzers, des Textilfabrikanten Rudolf Bamberg, in den goldenen Zwanzigern Aufzüge der Berliner Modeszene:
Auf der Gästeliste vom 26. Juli 1926 stehen die hundert prominentesten Modeschöpfer, Putzmacher, Unterwäsche- und Strumpffabrikanten vornehmlich vom Berliner Hausvogteiplatz, damals Zentrum der deutschen Damenmode.
Als die Firma Reemtsma 1935 das Schloss erwirbt, nutzt sie es kurze Zeit als Erholungsstätte für Mitarbeiter; während des dann folgenden Krieges werden hier Wehrmachtsflieger kuriert.
Und in den Zeiten des Arbeiter- und Bauernstaates residiert hier die Ingenieurschule für Binnenfischerei Professor Wunsch, die einzige des Landes Brandenburg. Das Fischereimuseum erinnert heute noch an diese Zeit.


Ein modernes Schlosshotel


Nach Schließung der Ingenieurschule und Neuerwerb des Schlosses durch die Firma Reemtsma im Jahre 1992 beginnt, unter der Leitung von Dr. Holger Rosenau, die Planung für die umfassende Restaurierung. Verschiedenste Pläne und Konzepte zur Nutzung werden erwogen und wieder verworfen, schließlich entscheidet man sich für das Konzept eines Luxushotels. Die Eröffnung des Hotels Schloss Hubertushöhe mit 23 großzügig geschnittenen Zimmern und Suiten auf 50.000 qm Erholungsareal erfolgt im Juni 1998.
Nach einer kurzen Eröffnungsphase können Hotel und Restaurant "Windspiel" erste Erfolge verzeichnen und schaffen den Sprung in die Spitzengastronomie.

Seit September 2008 gehört das Schlossensemble die Louis Group – ein Südafrikanische Hotelgruppe. Erneut im Jahre 2008 hat sich die Schlossküche, unter der Leitung von Maître de Cuisine Torsten Voigt und Uta Wackwitz als Maître d´Hotel im Restaurant „Windspiel“, einen Michelinstern verdient gemacht. Darüber hinaus erhielt das Schloss 2008 einen Euro-Toques-Stern.